Ich habe da so einen Kunden. Der liebt seinen Slider im Header. Wirklich. Heiß und innig.
Und ich gönne ihm die Freude ja auch.
Aber jedes Mal, wenn der Slider wieder zickt, wenn die Bilder springen, der Text verschwindet oder das ganze Ding auf dem Handy aussieht wie ein zusammengefallenes Zelt, landet er in meinem Postfach.
„Claudia, der Slider spinnt wieder.“
Warum ich dir das erzähle? Weil dieser kleine Fall so herrlich stellvertretend ist für ganz viele Slider auf ganz vielen Websites:
Was gut aussieht, ist nicht immer gut für die Performance. Und nicht alles, was wir „schön finden“, ist wirklich nützlich.
Kurz erklärt.
Der obere Bereich deiner Website – direkt sichtbar nach dem Laden – ist entscheidend. Hier zeigt sich, ob Besucher bleiben oder weiterscrollen. Ob sie sich angesprochen fühlen oder gleich zur nächsten Seite wechseln.
Viele greifen an dieser Stelle zum sogenannten Website-Slider: ein automatisch wechselndes Bilderkarussell mit verschiedenen Texten und Call-To-Actions. Klingt erstmal logisch – mehr Infos auf kleiner Fläche, dazu Bewegung die ins Auge fällt.
Aber ist ein Slider im Header auf der Website wirklich sinnvoll?
Die klare Antwort: In den meisten Fällen leider nicht.
Als Webtechnikerin sehe ich regelmäßig (nicht nur bei meinem Slider-Lieblingskunden), dass Slider zwar schön aussehen, aber weder funktional noch strategisch etwas zur Wirkung deiner Website beitragen. Im Gegenteil: Sie können dich Sichtbarkeit, Leads und letztlich Kunden kosten.
In diesem Beitrag zeige ich dir, warum ein Slider im Headerbereich selten sinnvoll ist– und was du stattdessen tun kannst, um deine Besucher gezielt abzuholen.
Slider im Header? Bitte nicht.
1. Slider bringen nix. (sorry, ist aber so)
Slider sehen zwar dynamisch aus, aber konvertieren schlecht.
Deine Startseite soll neugierig machen, Klarheit schaffen und zum Handeln einladen. Genau hier liegt das Problem beim Website-Slider: Nur die erste Folie bekommt echte Aufmerksamkeit.
Studien zeigen, dass
- nur wenige Nutzer aktiv auf einen Slider klicken
- dreiviertel aller Nutzer nur das erste Bild sehen
- und selbst wenn sie weiterschauen: Oft lenkt die Bewegung eher ab als dass sie zur Handlung führt
Du hast also nur wenige Sekunden, um zu überzeugen – und ein Slider verwässert diese Chance.
Und auf dem Smartphone? Da wird’s oft noch schlimmer: Mini-Bilder, schwer lesbarer Text, umständliche Bedienung. Die überwiegende Mehrheit der Website-Besucher ist mobil unterwegs.
2. Barrierefreiheit? Leider nein.
Barrierefreies Webdesign ist kein „Nice-to-have“, sondern essenziell.
Ein Slider im Headerbereich mit wechselnden Bildern, eingebettetem Text oder schlecht markierten Buttons ist für viele Nutzer schlicht nicht zugänglich.
Zum Beispiel für:
- Menschen mit Sehbehinderung
- Blinde Nutzer mit Screenreadern
- Menschen mit kognitiven Einschränkungen
Ein Slider wird entweder nicht vorgelesen, übergangen oder komplett ignoriert. Deine wichtigste Botschaft? Kommt nie an.
3. Slider bremsen deine Seite aus.
Slider bringen viel Ballast mit: Bilder in hoher Auflösung, Animationen, Script.
Das sorgt für lange Ladezeiten – vor allem auf mobilen Geräten oder bei schlechter Internetverbindung.
Und das ist doppelt ärgerlich:
- Google straft langsame Seiten im Ranking ab
- Besucher springen schneller ab, wenn sie warten müssen
Eine schnelle, schlanke Startseite performt immer besser – technisch wie inhaltlich.
4. Slider wirken wie Werbung (und werden ignoriert)
Kennst du das Gefühl, wenn dein Blick auf einer Website automatisch an blinkenden Bannern vorbeirutscht?
Das ist Banner-Blindheit – und genau das passiert auch mit Website-Slidern.
Sie bewegen sich wie Werbeanzeigen und werden deshalb vom Gehirn unterbewusst ausgeblendet.
Du steckst also Energie in Bilder, Texte, Effekte – und keiner nimmt sie wahr.
5. Slider lenken ab (statt zu fokussieren)
Eine gute Website führt die Nutzer gezielt durch die Inhalte.
Ein Slider hingegen zeigt mehrere Botschaften hintereinander – oft ohne erkennbare Priorität.
Das sorgt für Fragen wie:
- Was ist jetzt eigentlich das Wichtigste?
- Wo soll ich klicken?
- Wie lange gilt das Angebot?
Verwirrung führt fast immer zum Absprung.
Klarheit hingegen sorgt für Vertrauen und Orientierung – und für Handlungen.
Was funktioniert besser als ein Slider?
Statt ein Karussell mit mehreren Aussagen zu zeigen, setze auf eine starke, klare Botschaft:
- Ein aussagekräftiges Bild, das dein Angebot visuell unterstreicht
- Eine klare Botschaft, die auf den Punkt bringt, was du anbietest (zB. „Dauerhafte Ordnung in deinen Küchenkästen“)
- Ein Call-to-Action-Button, der konkret sagt, was als nächstes passiert (zB. „Jetzt Termin vereinbaren“)
So funktioniert dein Header wirklich – ganz ohne Slider. Denn so verstehen deine Wunschkunden auf Anhieb worum es bei dir geht und was sie als Nächstes tun sollen.
Kurz gesagt.
Ein Slider im Website-Header sieht im ersten Moment vielleicht modern aus – ist aber selten sinnvoll.
Was du wirklich brauchst, ist Fokus.
Dein Wunschkunde soll auf den ersten Blick verstehen, worum es geht. Ein statischer Header überzeugt, lenkt und lädt zum Klicken ein.
Wenn du deine Website strategisch aufbauen (oder verbessern) willst, dann lohnt sich der Blick aufs Detail.
Manchmal ist es genau so ein „kleines Element“, das den Unterschied macht – zwischen „sieht gut aus“ und „funktioniert richtig gut“.



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