Neulich hat eine Kundin zu mir gesagt: „Claudia, meine Seite ist irgendwie … na ja … nett. Sie schaut aber überhaupt nicht professionell aus.“
Dieses „Nett-Gefühl“ kenne ich nur zu gut.
Vor meiner Ausbildung zur Web-Technikerin habe ich selbst sehr lange an verschiedenen Websites gebastelt – und irgendwie sprang der Funke nie über. Alles war da: Texte, Bilder, Farben. Aber das Gesamtbild? Irgendwie unklar und unfertig.
Heute weiß ich: Es geht nicht nur darum, eine Website zu erstellen – sondern sie gezielt zu verbessern. Eine Website optimieren, heißt: mehr Klarheit, mehr Wirkung, mehr „Ja, das bin ich!“.
Genau deshalb liebe ich das Thema Feinschliff. Denn mit ein paar gezielten Anpassungen kann aus einer netten Website eine werden, die endlich nach dir aussieht.
1. Starte mit einem klaren Ziel – nicht mit Deko
Was soll deine Website eigentlich tun? Kunden anziehen, Vertrauen aufbauen, Buchungen bringen?
Wenn du das Ziel deiner Seite klar vor Augen hast, kannst du Inhalte und Design gezielt darauf ausrichten.
Ohne Ziel = keine Wirkung.
2. Bring Ruhe rein: Weniger Inhalt, mehr Wirkung
Zuviel Text? Zuviele Bilder? Weniger ist wirklich mehr.
Räume auf und konzentriere dich auf das Wesentliche.
Gib deinen Inhalten Platz, das sorgt für Klarheit und wirkt richtig edel.
3. Mehr Luft, bitte! Weißraum wirkt Wunder
Dein Design braucht Platz zum Atmen.
- 40 px zwischen Sektionen
- 20 px zwischen Elementen
- Zeilenhöhe 1.6 für angenehm lesbare Texte
Struktur entsteht durch Abstände – nicht durch Linien.
Probier dich durch, was bei deiner Seite am besten passt.
4. Blickführung durch Design – nutz das natürliche Leseverhalten
User lesen nicht alles, sie scannen.
Mit dem richtigen Aufbau kannst du ihre Aufmerksamkeit gezielt lenken:
- F- und Z-Muster: So scannen die meisten Menschen
- Call to Actions (CTAs) dort platzieren, wo der Blick landet
- Bullet-Points & Listen → perfekt für schnelle Infos
- Fotos mit Blickrichtung → lenken den Fokus auf Headlines oder Buttons
5. Mobile First – und zwar richtig
Über 80 % der Seitenaufrufe passieren mobil.
Deine Website muss also nicht nur gut aussehen, sondern auch funktionieren – auf kleinen Bildschirmen, mit dem Daumen bedienbar, ohne Wischen bis zur Erschöpfung.
6. Performance-Check: Wie schnell lädt deine Seite?
Langsame Websites sind echte Abspring-Magneten, nicht nur für Besucher, auch Google mag das nicht. Niemand hat Lust zu warten.
Teste deshalb deine Seite mit Google PageSpeed Insights oder GTmetrix.
Und zusätzlich kannst du noch das hier tun:
- Bilder verkleinern & komprimieren – z. B. mit TinyPNG
- Unnötige Plugins entfernen, die die Seite ausbremsen
- Caching aktivieren, damit Inhalte schneller geladen werden
Kein Mensch wartet gern. Und schon gar nicht im Internet.
7. Farben clever nutzen: Die 60-30-10-Regel
Dein Farbschema ist chaotisch? Bring System rein:
- 60 % Hauptfarbe (zB. für Hintergründe)
- 30 % Sekundärfarbe (Überschriften, Icons)
- 10 % Akzentfarbe (Buttons, Links)
Und nutze immer die gleichen Hex-Codes – das ist dein Markenlook!
8. Einheitlicher Bildstil
Bilder beeinflussen den Gesamteindruck deiner Website enorm. Wenn sie nicht zum Stil oder zur Botschaft passen, wirkt das schnell unruhig oder beliebig.
- Gleicher Bildstil (hell oder kontrastreich – aber nicht beides)
- Einheitliche Rahmen & Größen
- Farbfilter für einen konsistenten Look
- Bildbreite: max. 1920 px für Header, ca. 1200 px für Content
- Immer komprimieren → für Ladezeit & Qualität
9. Icons: Kleine Dinger, große Wirkung
Icons sind super – wenn du sie richtig einsetzt:
- Gleicher Stil (Outline oder gefüllt)
- Einheitliche Farbe & Linienstärke
- Immer gleich positioniert (z B. links vom Text)
- Passend zum Inhalt
- Wenige, gezielte Icons wirken besser als zu viele
10. Klare Schrift-Hierarchie – Schluss mit dem Typo-Chaos
Eine gute Typografie strukturiert deine Inhalte.
Probier zB. mal folgende Größen aus.
- 48px Hauptüberschrift
- 32px Zwischenüberschrift
- 18px Fließtext
Und:
- Fettungen oder Farbwechsel für Schlüsselbegriffe
- Gleiche Schriftart & Formatierung für gleiche Elemente
- Bullet-Points machen Inhalte sofort erfassbar
11. Mach Schluss mit Design-Chaos
Gleiche Buttons, gleiche Farben, gleiche Abstände.
Wenn alles gleich aufgebaut ist, entsteht ein professioneller Gesamteindruck.
12. Call-to-Actions, die wirklich funktionieren
Deine Call to Actions (CTAs) sind die Wegweiser auf deiner Website – und oft die Stelle, an der sich entscheidet, ob jemand klickt oder weiterscrollt. Standard-Buttons wie „Absenden“ oder „Mehr erfahren“ lösen mittlerweile eher … na ja … wenig aus.
Wenn du willst, dass deine Besucher aktiv werden, dann müssen deine CTAs:
- klar sagen, was passiert („Jetzt Termin sichern“ statt „Absenden“)
- emotional oder motivierend formuliert sein („Ja, ich will mehr Sichtbarkeit!“)
- optisch auffallen – mit Farbe, Platz und genug Abstand
- logisch platziert sein – am Ende von Abschnitten oder dort, wo eine Entscheidung ansteht
13. Technikpflege: Deine Website braucht Liebe
Pflege deine Website regelmäßig, damit sie schnell, sicher und zuverlässig bleibt.
✅ Updates (WordPress, Theme, Plugins)
✅ Backups (automatisch & regelmäßig)
✅ Sicherheitschecks (gegen böse Überraschungen)
✅ Fehlerkontrolle (ist alles erreichbar & funktionsfähig?)
Deine Website arbeitet 24/7 für dich – gönn ihr auch ab und zu einen digitalen Ölwechsel.
Deine Seite kann mehr
Du musst nicht gleich alles neu machen, um online professionell rüberzukommen.
Oft reichen ein paar gezielte Handgriffe. Schritt für Schritt.
Und wenn du irgendwo hängen bleibst – ich bin nur eine Nachricht entfernt.
Ich freu mich auf deine Fragen, Screenshots, Erfolgsmeldungen oder auch nur ein: „Jetzt sieht es richtig gut aus!“
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